Medikamente als Ersatzdrogen
Aufgrund ihrer Beschaffenheit werden von drogenabhängigen Menschen bestimmte Medikamente oft als Ersatzdrogen verwendet. Beispielsweise greifen heroinabhängige Menschen oft auf Medikamente aus der Substanzgruppe der Opioide zurück, um ihre Entzugserscheinungen zu lindern und/oder um Engpässe auf dem Drogenschwarzmarkt zu überbrücken. Da die illegale Droge Heroin wie die starken Schmerzmittel auch aus der Gruppe der Opioide stammt, lassen sich die Entzugserscheinungen bei fehlender Zufuhr von Heroin durch Medikamente aus der Gruppe der Opioide verringern bzw. ganz beseitigen. Heroin wurde Anfang des 20. Jahrhunderts selber als Medikament gegen starke Schmerzen vertrieben. Bei dem Wort Heroin handelt es sich genaugenommen um den Markennamen des Schmerzmittels mit dem Wirkstoff Diacetylmorphin, welcher etwa doppelt so potent wie Morphin ist.

Des Weiteren werden die opioiden Wirkstoffe Methadon, Levomethadon, Buprenorphin und seltener auch Codein im Rahmen der Drogensubstitution von Ärzten an ehemals Heroinabhängige verschrieben, um diese vom Schwarzmarkt zu trennen und die gesundheitlichen Risiken durch Streckstoffe im Straßenheroin zu beseitigen.

Bestimmte Medikamente wie z.B. Doxepin (Aponal) und Promethazin (Atosil), die selber ein gewisses Missbrauchspotenzial besitzen, werden auch im Rahmen von Drogenentzügen verordnet, um die Entzugserscheinungen der zu entziehenden Droge zu lindern.