Drogentests, Fahreignung

Schnelltests

Mit einem Drogentest, z. B. Drogenwischtest (Drugwipe-Test) lässt sich ermitteln, ob jemand eine bestimmte Art Drogen zu sich genommen hat. Drogentests sind wichtig für eine angemessene gesundheitliche Behandlung bzw. zur Feststellung von Drogenmissbrauch. Manche Drogentests erfolgen nur qualitativ und sind äußerst empfindlich, so dass bereits winzige Spuren nachgewiesen werden können, wie sie beispielsweise in Mohnkuchen vorkommen. Auch Kreuztoleranzen von illegalen Drogen auf bestimmte legale Medikamente (z. B. Methylphenidat, das häufig bei ADS verschrieben wird) können auftreten. In vielen Fällen ist eine quantitative Feststellung der Drogenmenge mit genaueren Messungen erforderlich. Drogenschnelltest sind umstritten, da sie teilweise falsch negativ oder falsch positiv Ergebnisse liefern können. Obwohl sie zur schnellen Erkennung im Notfall unabdingbar sind, ist für rechtskräftige Ergebnisse ein Blut- oder Urintest nötig.

Drug-Checking

Mit einem Drogentest im Sinne von Drug-Checking lässt sich ermitteln, ob in einer Pille, einem Pulver oder einer Pappe auch tatsächlich die Substanz enthalten ist, die der Erwartung eines potentiellen Konsumenten entspricht. Das Testen von auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Drogen ist eine Maßnahme zur Schadensminderung (harm reduction), da potentielle Konsumenten vor besonders gefährlichen Wirkstoffen oder zu hoch dosierten Präparaten gewarnt werden können.

Drogenscreenings im Rahmen einer MPU

Nach festgestelltem Fahren unter Drogeneinfluss ordnet die zuständige Fahrerlaubnisbehörde aufgrund des hohen Gefahrenpotentials in der Regel eine Überprüfung der Fahreignung (MPU) des betreffenden Kraftfahrers an. Diese dient zum Ausschluss einer möglichen Drogenabhängigkeit, eines Drogenmissbrauchs oder eines regelmäßigen Drogenkonsums. Das Gutachten dient dem Zweck, die aufgrund der aktenkundigen Drogenfahrt gegebenen Zweifel der Fahrerlaubnisbehörde an der Fahreignung auszuräumen (Entlastungsdiagnostik). Mit dem MPU-Gutachten will der Auftraggeber (der betreffende Kraftfahrer) entweder die Entziehung der Fahrerlaubnis verhindern, oder die Voraussetzungen für eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis nachweisen. Dazu sind Abstinenznachweise beizubringen: Eine Serie von Urinscreenings über einen Zeitraum von einem halben bis einem Jahr, bzw. eine oder mehrere Haaranalysen. Die Kosten für die erforderlichen Nachweise und die Untersuchung liegen meist im Bereich von 500 bis 1.500 €. Sie werden nicht von der Kasse übernommen.

Die Drogentests müssen gerichtsverwertbar durchgeführt werden. Urinscreenings müssen unter Aufsicht (Sichtkontakt des Arztes bei der Urinabgabe) erfolgen. Um Manipulationen auszuschließen, werden auch die Termine für die Urinabgabe unvorhersehbar festgelegt. Haaranalysen erfordern meist eine Haarlänge von 8 cm, um einen Abstinenzzeitraum von 1/2 bis 1 Jahr bestätigen zu können. Es wird ein ca. bleistiftdicker Strang am Hinterkopf entnommen, sofern vorhanden. In beiden Fällen wird ein breites Spektrum an Substanzen überprüft. Die Entscheidung über die geeignete Methode trifft der Verkehrsmediziner.

Eine günstige Fahreignungsprognosse im Rahmen der MPU setzt in der Regel außer den beschriebenen verkehrsmedizinischen Maßnahmen zum Abstinenznachweis auch eine intensive Auseinandersetzung mit den Hintergründen des Drogenkonsums und der Motivation für einen dauerhaften Drogenverzicht voraus. Dazu gibt es vielfältige verkehrspsychologische Angebote. Sinnvoll ist eine frühzeitige Information und individuelle Beratung, etwa im Rahmen von kostenlosen Informationsveranstaltungen der MPU-Stellen.